Ines Obersteiner

Ines
Obersteiner

quote left […]dazu beizutragen, dass jeder Mensch den für ihn richtigen Platz im Leben und in der Gesellschaft finden kann. quote right

Diese Antwort gab ich 2016, als ich während eines Gesprächs gefragt wurde, wie ich beschreiben würde, was ich gerne machen möchte. Wir sprachen damals gerade über mein bevorstehendes freiwilliges Ausscheiden aus einer Arbeitsstelle die ich mehr als 10 Jahre lang ausgeübt hatte. Aus diesem Austausch entstanden die ersten Konturen von OberYou.

- Und was geschah davor?

Ich wurde in den österreichischen Alpen geboren, wo ich im Alter von 16 Jahren eine Ausbildung bei einem Steuerberater begann. Nach erfolgreichem Abschluss dieser 3-jährigen Ausbildung erhielt ich ein Diplom für polyvalentes Sekretariat und Steuerberaterpraktikum.

Mein Wunsch, Fremdsprachen zu erlernen, sollte mich zunächst nach Frankreich, danach nach Italien und schließlich nach England führen. Von Frankreich fühlte ich mich besonders verzaubert und bin schließlich dort geblieben. Ein Land, in das ich vor fast 20 Jahren gekommen war, ohne ein Wort Französisch zu sprechen, und in dem ich mein heutiges Leben aufbaue.

Ich kann mich über eine erfahrungsreiche und interessante berufliche Laufbahn in Frankreich freuen, welche mich zunächst von verschiedenen Teilzeitjobs und später bis ins Management internationaler Unternehmensgruppen führte: Nach zweijährigem Lernen für eine gute Beherrschung der Sprache arbeitete ich für das französische Verkaufsbüro eines Fabrikanten von Grafikpapieren und hatte dort eine Stelle mit internationaler Ausrichtung inne. 2006 schloss ich mich einer weltweit führenden Unternehmensgruppe aus dem Luxusbereich an und hatte dabei das Glück, in zwei wunderbaren Häusern tätig sein zu können. Bei dieser Gruppe blieb ich bis 2016 und übte bis dahin verschiedene Funktionen aus: von der Assistenz für die Direktorin der internationalen Rechtsabteilung des Geschäftszweigs Parfum und Kosmetik der Unternehmensgruppe über die logistische Verwaltung der Trainingsabteilung des französischen Marktes bis hin zur Veranstaltungsorganisation der Abteilung Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung (CSR – Corporate Social Responsibility).

Diese Erfahrungen in der Luxuswelt schulten mich für hervorragende Ausführung und trugen erheblich zu meiner beruflichen Entwicklung bei.

- Und dann geschah das, und es gelang mir, mich wieder aufzurichten

Am Abend des 13. November 2015 fand all dies ein brutales Ende. Als Musikfan nahm ich an jenem Konzert im Pariser Konzertsaal Bataclan teil, das traurige Berühmtheit erlangen sollte. Körperlich blieb ich zwar unverletzt, jedoch hat mich dieses Ereignis tiefgreifend verändert. Es stellte einen gravierenden Einschnitt in meinem Lebenslauf dar.

Die Erfahrung des Prozesses des Wiederaufrichtens schenkte mir eine neue Sensibilität für die Themen Neuanfang, Neuaufbau, Veränderung, Rückkehr ins aktive Leben, die Integration von Vielfalt… Sicherlich habe ich dadurch auch eine besondere Fähigkeit des Zuhörens entwickelt, denn ich weiß, was es bedeutet, wie “Phönix aus der Asche wiederaufzuerstehen“. Und ich konnte erfahren, wie wertvoll es ist  beim Aufbau des „Lebens danach“ begleitet zu werden.

- Und aus all dem schuf ich OberYou!

Erfüllt von dem Wunsch, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben, schrieb ich mich im Herbst 2016 an der Universität Paris 8 für den Studiengang „Pratiques du coaching“ (Coaching-Praktiken) ein, den ich mit einem Diplom mit Auszeichnung abschloss. Die Begleitungsmethoden, die ich erlernte, werden durch all meine Lebenserfahrungen, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich, hervorragend ergänzt.

Das Coaching bietet mir nicht nur die Möglichkeit, Privatpersonen bei ihren Projekten und Fragestellungen im Leben zu begleiten, sondern auch in Unternehmen in den Bereichen Integration und Einarbeitung, Entwicklung und Wiedereingliederung von Mitarbeitern tätig zu sein.

Meine verschiedenen Erfahrungen in der Unternehmenswelt zeigten mir, wie sehr diese Themen die Aufmerksamkeit der Unternehmensleitung verdienen, damit der Zusammenhalt für die zu erledigenden Aufgaben, zu meisternden Herausforderungen und für die Erzielung von Leistung gefördert werden kann. Manche Unternehmen verfügen jedoch nicht über die notwendigen (zeitlichen und personellen) Mittel hierfür. Ich freue mich, zu ihrem Erfolg meinen Beitrag leisten zu können.

Die Welt befindet sich in einem fortwährenden Wandel und dies gilt auch für meinen Beruf. Stets voller Wissensdrang nehme ich regelmäßig an Konferenzen teil, erweitere meine Selbstkompetenz und mein Know-how und schule mich fortwährend in verschiedenen Betreuungsmethoden wie dem strategisch-systemischen Ansatz, dem Clean Language et Symbolic Modelling und dem Clean Space.

Dank meines europäischen Profils und meines Gespürs für Fremdsprachen kann ich Menschen in französischer, deutscher und englischer Sprache betreuen.

Methoden und ansätze

STRATEGISCH-SYSTEMISCHER ANSATZ

Der systemische Ansatz basiert auf den Arbeiten der Schule von Palo Alto. Es handelt sich um ein Modell zum Verständnis der menschlichen Verhaltensweisen.

Ausgehend von dem Postulat, dass es nicht nur eine einzige Wirklichkeit, sondern so viele Wirklichkeiten, wie es erzählte Versionen derselben gibt, betrachtet der strategisch-systemische Ansatz jede Person in ihrer Einzigartigkeit. Bei diesem Betreuungsansatz interessiert sich der Coach vor allem für die Beziehungen, die ein Mensch zu anderen Menschen und seinem Umfeld pflegt, sowie für den Austausch von Informationen innerhalb dieser Beziehungen. Mit anderen Worten: für die Frage, wie sich das von der betreuten Person angegebene Problem in der Gegenwart äußert und was dafür sorgt, dass die Lösungen, mit denen die Person das Problem zu lösen versucht, nicht den gewünschten Erfolg erbringen.

Durch die Analyse der Funktionsweise können im weiteren Verlauf Lösungen gefunden werden, die zu einer Regulierung der Beziehung der Person zu sich selbst und zu ihrem Umfeld führen.

Der strategisch-systemische Ansatz hat sich bei der Arbeit mit Einzelpersonen sehr bewährt und auch bei der Begleitung von Gruppen als hervorragend effizient erwiesen.

CLEAN LANGUAGE UND SYMBOLIC MODELLING

Die von David Grove, der auch der „Therapeut der Metaphern“ genannt wird, entwickelte Clean Language (wörtlich übersetzt: „saubere Sprache“) basiert auf einer Reihe von Fragen, die es der Betreuerin erlauben, die sprachlichen Ausdrucksweisen der Person aufzugreifen und zu integrieren.

Penny Tompkins et James Lawley

haben die Arbeit von David Grove in ein Modell überführt und so das „Symbolic Modelling“ (symbolische Modellierung)) erarbeitet.

Bei dieser Vorgehensweise stellen die von der Person bei ihren Äußerungen verwendeten Metaphern das Ausgangsmaterial dar. Diese symbolischen Ausdrücke bieten einen Einblick in die persönliche Wahrnehmung der Welt der jeweiligen Person. Mithilfe der „Clean“-Fragen kann die betreffende Person im Verlauf der genaueren Betrachtung der Metaphern ein Modell ihrer eigenen Verhaltensweisen und ihrer Wahrnehmungen errichten (symbolische Modellierung).

Anfangs wurde dieser Ansatz für die Betreuung von Einzelpersonen bei verschiedenen Prozessen der persönlichen Entwicklung angewandt. Dank der Wissbegier und Kreativität von James Lawley, Penny Tompkins, Caitlin Walker und anderen hat sich jedoch diese Vorgehensweise inzwischen auch für die Arbeit mit Gruppen in der Unternehmenswelt bewährt, beispielsweise in Bezug auf Innovation, Strategie oder Kulturwandel und in vielen weiteren Themenbereichen.

CLEAN SPACE

Dieser von David Grove (auf den ebenfalls die Clean Language zurückgeht) entwickelte Ansatz verwendet den Raum, um einer Person die Gelegenheit zu geben, ihre Überlegungen zu einem bestimmten Thema zu entwickeln.

Durch die Unterteilung der Gedanken in mehrere räumliche Bereiche können Verbindungen und Schemata zwischen den verschiedenen Punkten festgestellt und der Frage nachgegangen werden, ob bzw. wie diese einander beeinflussen. Wenn all dies auf diese Weise offen zu sehen ist, entwickeln sich die Gedankengänge weiter und oft empfindet die Person das Bedürfnis, auch die Platzierung der Gegenstände zu verändern. So bildet sich eine neue Gesamtsicht heraus, die zu tiefgreifenden Änderungen führen kann.

Clean Space kann sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Gruppen durchgeführt werden. Entsprechend der Gruppengröße, dem Thema oder auch dem Arbeitsziel können maßgeschneiderte Prozesse erstellt werden.